Le
Grand livre du paysage ist ein aufrechtstehendes Einzelbuch, das beim
Aufklappen auf verschiedenen Seiten, übereinander projiziert ein helles,
sonnenüberstrahltes Landschaftspanorama erkennen läßt, teils naturbelassen,
teils von Menschen – die aber nirgendwo in Erscheinung tretten – mit Feldern,
Baumhainen und Gärten bebaut.
Alle Landschaftstypen Frankreichs sind in der
Komposition symbolisch vereinigt: von den Gipfeln der Hochalpen über bewaldetes
Mittelgebirge, mit einem zentral gelegenen See fällt das Gelände zum Meer hin
ab. In der Mitte schlängelt sich ein kleiner Fluß, immer breiter werdend hinab
zur See. Zur Linken stürzt die Landschaft in einer steilen Abbruchkante ins
Meer. Rechts der Flußmündung liegt auf einem flachen Schelf ein dschungelhafter
Palmenstrand, fast wie vom Zöllner Rousseau entworfen.
Das
gesamte Landschaftsensemble ist idealtypisch gesehen, nichts erinnert an
bestimmte bekannte Orte des Hexagons und ist in einer natürlich-realistischen,
aber fast kinderbuchhaften, naiv-freundlichen Art dargestellt – in etwa in der
Art von Tomi Ungerers Märchenbüchern.
Verschiedene Seiten und Motor
Demgegenüber
kommt im zweiten Objekt L’Art en ouvrage, die Welt der Zivilisation, der
Kommunikation und der Mobilität mit ihren Artefakten und Konstruktionen in
einem nächtlichen, von Lichtern erhellten Aspekt zur Darstellung. Hier zeigen
sich ganz bestimmte, bekannte Orte der Frankophonie.
Überragt vom Pont
du Gard, dem größten Aquädukt der gallorömischen Kultur, leuchtet das Stade de
France in Saint-Denis, wo Frankreich Fussballweltmeister wurde, daneben Terminal 2F, die dritte Generation des
Flughafens Charles de Gaulle. Erleuchtete Flugzeuge erheben ab, andere sind aus
aller Welt gelandet. Nach unten wird die Szene durch das Centre culturel
Jean-Marie Ijibaou aus Noumea in Neukaledonien abgeschlossen; am Meerestrand
freiverbunden mit dem Hafenpanorama von Le Havre, mit Krähnen, Landungsbrücken,
Werften und Schiffen. In Hintergrund umrahmt von einer Stadtlandschaft mit
Patrizierhäusern, einer Kathedrale und einer romanische Kirche in einer kleinen
Stadt.
Dieses „Nachtstück“ befindet sich in einem
Konvolut alter Folianten mit Goldschnitt. Beim Durchschreiten der Lichtschranke
öffnet sich der Deckel des obersten Buches im Stapel und die nächtliche
Zauberlandschaft erscheint, von innen erleuchtet durch Faser-Lichtleiter und
fluoreszierend in „Schwarzem Licht“.
Diese
Zusammenschau der französischen Kulturlandschaft ist auf schiefergrauschwarzem
Hintergrund wie mit Silberstift gezeichnet und erscheint auf mehreren
hintereinandergestaffelten Blättern, die
in abfallender Größe von einem mächtigen waschmaschinengroßen Motor hydraulisch
bewegt werden. Das Gleiche gilt für das Livre du
paysage. Die Bildelemente sind auf festen schweren Pressplatten aufgetragen.
Das Format der größten Aussenblätter beträgt 3 x 6 Meter, die Größe des
Buchdeckels ebenso. Die Buchrücken der drei daneben aufrechtstehenden Bücher sind
aus stabilem Holz.
Seitenteile
Hydraulische Konstruktion
Die beiden Objekte befinden sich in
transportfähigem Zustand zerlegt, in der Obhut des Antiquariats „Der
Bücherwurm“ in Eisenberg/Pfalz. Eine geeignete Ausstellungsraum wird zur Zeit
geplant.
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